Darum haben wir die Bürgerinitiave gegründet

Hervorgehoben

Gegenüberstellung von Argumenten zum 4. Bauabschnitt der Kreisstraße 8 („K8“)

Die Stadt Flensburg besteht weiterhin auf die Enteignung des Bauern Knop zugunsten eines nicht nachvollziehbaren Allgemeinwohls (s.u.).

Zudem beharrt sie auf die Vorzeitige Besitzeinweisung der Flächen, um auf eigenes Risiko (und das der Flensburger Steuerzahler!) den 4. Bauabschnitt rechtswidrig bis zum 31.12.2019 fertigzustellen, obwohl das Landesministerium für Strassenbau & Verkehr am 18.Oktober 2017 der Stadtverwaltung das Folgende schriftlich zu einer Alternativen Planung erklärt hat:

„Da hierbei die bisherigen Fördertatbestände erhalten bleiben sollen, wäre für diesen Fall GRUNDSÄTZLICH auch die Förderung des 4. Bauabschnittes der K8 in einem geänderten Trassenverlauf aus diesen neuen Fördermitteln denkbar.“

Zudem wird mitgeteilt, dass „gemäß Koalitionsvertrag … diese Mittel auch NACH 2019 in mindestens gleicher Höhe für die bisherige Zweckbindung zur Verfügung stehen.“ … und dass “ eine baldige Novellierung des GVFG-SH angestrebt“ wird.

WARUM DANN BITTE DIE VORZEITIGE BESITZEINWEISUNG MIT DEM FÖRDERUNGSENDE 31.12.2019 ARGUMENTIEREN???  Das MUSS dem Gericht doch auch auffallen!!

Alle weiteren Details zu unser Sicht des laufenden Verfahrens sind im angehängten Dokument nachzulesen. Nachfolgend 2 Auszüge der 10 Punkte:

Enteignung    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Art. 14  (Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_14.html)

  • Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. (…)
  • Eigentum verpflichtet. (…)
  • Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. (…)

Argumentation der Stadt Flensburg zum Allgemeinwohl:

„Die Verringerung des Durchgangsverkehrs in der Ortsdurchfahrt Tarup ist ein gewichtiges städtebauliches Argument. Hierbei sind nicht nur die Verkehrszahlen zu berücksichtigen, sondern auch die Verkehrssicherheit, da durch die Umfahrung zwei Gefahrenstellen im Verlauf der Taruper Hauptstr. vermieden werden. Auch die Vorbereitung der Erschließung neu auszuweisender Wohngebiete ist ein nach § 1 Abs. 6 Nr. 2 BauGB bei der Bauleitplanung besonders zu berücksichtigender Belang.“                        

(Quelle: Stadt Flensburg, Beschlussvorlage RV-144/2017, Ratsinfo )

Grundsatzdarstellung

Da eine Enteignung, d. h. der Eingriff in das grundgesetzlich in Art. 14 GG garantierte Grundrecht auf Eigentum „nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig“ ist, müssen die Bedingungen für eine Enteignung geklärt sein. Die Bedingung für die Enteignung darf nicht bloß in „falschen Annahmen von Verkehrsmengen“ sowie der der „Erschließung von Wohngebieten“ im Siedlungsraum Groß-Tarup liegen. Eigentum darf nicht einfach bloß für anderes Wohneigentum enteignet werden, denn sonst könnte Stadtplanung unter dem Vorwand der „Nahverdichtung“ auch ungenutzte Grundstücke beschlagnahmen, was aber nicht grundgesetzkonform ist und deshalb auch nicht praktiziert wird.              (Quelle:, aus Ratsversammlung zu 144/2017 :  Beschlussvorlage WiF 09_11_2017_1.Erg vom 09.11.2017)

Aufgrund der per Gesetz angestrebten, massiven Einschränkung von Grundrechten muss nach Art. 19 GG Grundgesetz „das Gesetz allgemein und nicht nur für den Einzelfall gelten“ . Somit ist also auch zu klären, warum nach Baugesetzbuch eine Enteignung betrieben worden ist, welche in einem Planfeststellungsverfahren zur Abwägung hätte gebracht werden müssen.  Seit 24.09.2015 heißt es in dem derzeit zugrunde liegenden Strassen- und Wegegesetz Schleswig-Holstein:  „Für den Bau oder die Änderung von Kreis- und Gemeindestraßen sowie von sonstigen öffentlichen Straßen ist ein Planfeststellungsverfahren durchzuführen, wenn ein Enteignungsverfahren notwendig ist…“

Alle weiteren Details zu unser Sicht des laufenden Verfahrens sind im angehängten Dokument nachzulesen:

20180404_Argumentation gegen 4BA K8

  • „Eine weiter südlich liegende Trasse wäre auch wegen dort bestehender Wohnbebauung nicht möglich.“ Zitat Fr. OB Lange auf Nachfrage zum Status der Trassenverlegung an das südliche Knick Ende, im Hauptausschuss, 07.11.2017.
    1. jedoch hat Fr. Lange genau diesen Verlauf in dem sog. „Küchentischgespräch“ mit Bauer Knop doch so Medien-wirksam am 02.08.2017 als Vereinbarung zu erzielen versucht.
    2. Hier sollte vereinbart werden, dass die „derzeitige Trassenplanung der K8 bezogen auf die Hauskoppel soweit nach Süden verschoben wird, dass der südliche Lärmschutzwall am südlichen Knick der Hauskoppel durchschlägt“
    3. Genau hierzu wäre Bauer Knop doch zum Verkauf einiger seiner Flächen bereit gewesen
      1. wieso konnte man sich dann seitens der Stadt hierzu nicht mehr erinnern?
      2. wieso so ein Geheimnis um diesen (ggf. gar nicht gewollten?) Vorschlag der Fr. OB Lange machen?
      3. wieso nicht konkrete Verhandlungen einleiten und darauf basierende rechtsverbindliche Angebote erzeugen?
      4. „Leider“ konnte diese Vereinbarung dem Bauern Knop auch nach 2-wöchiger Nachfrage nicht zugestellt werden, so dass er diese widerrufen musste (Fr. Lange war nicht erreichbar, Hr. Brüggemann als 2. OB wusste wohl von nichts)
      5. Ironischerweise wurde diese „Vereinbarung“ dann wohl nachträglich zur „Vereinbarung zur Prüfung der Planung“ dekradiert – aber Bauer Knop wurde diesbzgl. vor dem Enteignungskommissar der Buhmann zugeschoben
      6. Letztlich ist diese Aussage von Fr. Lange nicht zutreffend, denn es wäre bei Trassenverlegung zum Knick hin weit mehr Abstand vorhanden zur Wohnbebauung des Neubaugebietes Groß-Tarup als der Abstand des derzeitig geplanten Trassenverlaufes zu den Anwohnern der Dorfstrasse / Hof des Bauern Knop.
      7. siehe oben, Schreiebn vom Landesministerium für Strassenbau & Verkehr am 18.Oktober 2017 !!

(Quelle: Niederschrift über die 74. Sitzung des Hauptausschusses am Dienstag, 07.11.2017)

Stefan Hufe … für die Bürgerinitiave Tarup und das Wohl von Ingo Knop

Hervorgehoben

Beurteilung & Stellungnahme nach Gerichtstermin zur „Vorzeitigen Besitzeinweisung“

In dem Verfahren „Knop, I. / Stadt Flensburg u.a. wg. Enteignung“ wurde am 12. März ein Verhandlungstermin bestimmt, zur Güteverhandlung mit anschliessendem Haupttermin.

In dieser Verfügung ging es jedoch NUR um den Widerspruch des Bauern Ingo Knop gegen die vorzeitige Besitzzuweisung;  also nicht um die Enteignung in Gänze sondern nur darum, der Stadt Flensburg die Möglichkeit einzuräumen, dass Grundstück VOR der gerichtlichen Enteignungsklärung auf komplett eigenes Risiko zu bebauen!

Eine Urteilsverkündung in der eigentlichen Sache, der Enteignung der Flächen, wird nach Aussage des Enteignungskommissars mindestens 2,5- 3 Jahre dauern.

Wie im Flensburger Tageblatt vom 13. März (Link zum Artikel) korrekt nachzulesen ist, wurde die „ Entscheidung über Rechtmäßigkeit der vorzeitigen Einweisung vertagt: Kieler Gericht will von der Stadt Flensburg erst Beleg über den drohenden Verlust der Fördermittel sehen“   (Quelle: https://www.shz.de/19319821 ©2018)

Auch wie die Artikel-Überschrift „Zeitdruck nur geträumt?“ korrekt vermittelt, konnte die Stadtverwaltung selbst zu diesem Gerichtstermin nicht darlegen, dass es verbindliche Vorgaben seitens des Wirtschaftsministeriums über“millionenschwere Rückzahlungsforderungen des Landes über geleistete Fördermittel“ gibt.

Aber genau damit begründet die Stadt ihren Eilbedarf, dass sie nämlich das Projekt bis Ende 2019 abgerechnet haben muss. Die Stadtverwaltung um Frau Lange hat nun 5 Wochen Zeit, diese Klarheiten vom Wirtschaftsministerium zu erhalten — wie das wohl ausgehen wird?!

Die Stadtverwaltung Flensburg hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, in dem sie nicht einmal ihr Hauptargument vor Gericht belegen konnte – wenn doch man sagen muss, dass die Kammer generell wohl den „Argumenten der Stadt auch in diesem Termin wieder den Vorzug gab“. (Quelle: https://www.shz.de/19319821 ©2018)
Es wird somit langwierig & schwer bleiben für Bauer Knop, gegen den schier übermächtigen Gegner aus Stadtverwaltung & Landesbehörden seine verbrieften Rechte nach Grundgesetz Art. 14, Abs. (1) „Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet.“ zu verteitigen.

Wir glauben an das Recht…und an Ingo, der nichts, aber auch absolut NICHTS verkehrt gemacht hat und hier in einer Art Präzedenzfall enteignet werden soll… oder wie es Rebekka Kleine, Sprecherin des Kieler Landgerichtes um so treffender formuliert hat: „Ein so massiver Eingriff ins Eigentum ist zum Glück sehr selten. Wir verfolgen den Flensburger Fall daher mit sehr großem Interesse.“  (Quelle: https://www.shz.de/19272236 ©2018)

Bitte lesen Sie hier auch unsere Stellungnahme zu dem Verfahren, ebenso im Flensburger Tageblatt vom 14. März 2018 erschienen:

Atempause für Bauer Knop

Die Bauarbeiten vor der Haustür von Bauer Knop werden nächste Woche beginnen – die Entscheidung über die vorzeitige Besitzeinweisung ist für den 9. Mai 2018 festgelegt und das eigentliche Enteignungsverfahren wird noch Jahre dauern – eine wünschenswerte Atempause?
Drei Angebote liegen zur Zeit der Stadt Flensburg vor – aber ein Bemühen der Stadt Flensburg konkrete Verhandlungen durchzuführen gibt es nicht. Die verabredete Überprüfung einer Alternativtrasse, das Ergebnis der sogenannten „Küchentisch-diplomatie“ zwischen Frau OB Lange und dem Bauer Ingo Knop aus dem Sommer 2017, hat die Stadt schnell unter den „Küchentisch“ fallen lassen, auch wenn das Gegenteil behauptet wird!
Zur gestrigen, vor der Hauptverhandlung festgesetzten „Güteverhandlung“, erschien der Vertreter der Stadt Flensburg ohne Vollmacht und ohne Angebot! Und über Umfang der Rückzahlungen bereits geleisteter Fördermittel und den bestehenden Zeitdruck bei der Beantragung von Fördermitteln konnte oder wollte die Stadt Flensburg keine konkreten Aussagen machen.
„Die Streitparteien hätten Zeit einen anderen Ausweg als die Enteignung zu finden“ – die Stadt Flensburg will aber diesen anderen Ausweg nicht!
Die Stadt Flensburg kann aber und wird warten…und die Bagger können und dürfen beginnen!
Am 09. Mai ist die Kommunalwahl vorbei – hoffentlich erinnern sich die Flensburger BürgerInnen rechtzeitig daran, welche Parteien die Enteignung forciert haben!
Am 09. Mai ist auch der Bundesparteitag der SPD vorbei – und hoffentlich erinnert jemand die SPD Delegierten vorher daran, dass für die basisnahe Frau OB Lange die Vorbereitung des Parteitages wichtiger war als das eigentlich von ihr vor der Presse so schnell gewünschte Gespräch mit der Bürgerinitiative Tarup!

 

 

Hervorgehoben

Wussten Sie, dass..

Wussten Sie, dass

– Eigentum gemäß dem Grundgesetz Artikel 14 nur „zum Wohle der Allgemeinheit“ enteignet werden darf?

– gemäß Straßen- und Wegegesetz bei einer Enteignung seit September 2015 zwingend das Planfeststellungsverfahren vorgeschrieben ist? Die Stadt hat 2016/2017 lediglich einen Bebauungsplan zur Grundlage der Enteignung herangezogen.

– neben dem 4. Bauabschnitt weitere Baugebiete geplant sind? Der Weiterbau der K 8 dient der Erschließung dieser Baugebiete. Da eine Enteignung aber nicht wegen der Erschließung von Baugebieten durchgeführt werden darf, wird dieser Sachverhalt offiziell verschwiegen.

– die für die Beantragung der Fördermittel durch die Stadt Flensburg genannten Verkehrsbelastungszahlen nicht denen der letzten Verkehrszählung 2016 entsprechen?

– eine Entlastung des Straßenverkehrs im Dorfkern von Tarup schon längst stattgefunden hat?

Was man über das „Geld“ wissen sollte:

-dass die Stadt Flensburg dem Bauern Knop nie ein justiziables Angebot unterbreitet hat und auch keine Angebote protokolliert sind!

– dass die vermeintlichen Angebote der Stadt Flensburg für Bauer Knop maximal zwischen 7-10 € je qm betrugen, wobei der Preis seit 2009 nicht erhöht wurde! Der Verkauf der Grundstücke zwischen Bahndamm und Hochfelder Landstraße erbrachte den Tastruper Bauern bis zu 25 €/ qm.

– dass Landwirte bis zu 50% Steuern auf den Erlös beim Verkauf von Ländereien bezahlen müssen (die Stadt Flensburg bezeichnete die Preisvorstellungen des Bauern Knop als „utopisch und realitätsfremd“)!

Unterschreiben Sie unsere Unterschriftenliste oder geben Sie Ihre Unterschrift per Online Petition ab. Link zur Online Petition

Seien Sie mit uns gegen die Enteignung!

Suchen Sie den Kontakt, haben Anregungen oder wollen Sie sich einbringen? Gerne hier über das Kontaktformular oder auch direkt via mail an BI-Tarup@web.de

 

Gegendarstellung zum sog.“Faktencheck“ der Stadt Flensburg

Auf unserer Seite K8 Situation haben wir den sogenannten Faktencheck der Stadt Flensburg (http://www.flensburger-stadtanzeiger.de/news/k8-faktencheck.html) bereits deutlich kommentiert bzw. widerlegen können.

Hier nun – vor allem auch für die immer zahlreicheren Anfragen der überregionalen Presse – unsere Darstellung der Fakten als download-fähiges pdf.

20180222 Faktencheck mit Gegendarstellung

 

Stellungnahme zur „Je suis“- Kampagne

Man tappt aber auch in jede Falle … und wer einen Fehler macht und ihn
nicht korrigiert, macht einen zweiten

Als im Herbst in den Diskussionsforen im Internet eine Solidaritätswelle für uns
und auch das „je suis …“ auftauchte, hat mir das neben meinen negativen
Gefühlen in der Sache wieder Mut gemacht. Damit habe ich es
zugegebenermaßen kurzsichtig für uns aufgegriffen. Ich sehe ein, dass ich etwas
Eigenes für uns hätte entwickeln müssen. Es war nicht meine Absicht, das
Entsetzliche oder die Solidarität im Zusammenhang mit „je suis Charlie“ zu
degradieren und bitte alle Menschen um Verzeihung, denen ich mit meiner
Handlung zu nahe getreten sein sollte.

… es geht doch nur ums Geld?

Ja, für die Stadt geht es ums Geld: ums Fördergeld und den Profit aus dem
Riesengeschäft, welches sich die Stadt durch das Land von Ingo Knop erhofft
hatte; die Illusion, dass auch für Bauland enteignet werden könne, konnte zum
Glück aufgelöst werden.
Um was es hier geht, entscheidet letztendlich wohl jeder für sich selbst. Für mich
und nach meiner Wahrnehmung für unsere ganze Familie geht es um
LEBENsraum, LEBENswerk und LEBENswert, welche mittels Enteignung quasi
zerstört werden sollen für eine Straße, die inzwischen überflüssig ist.
Die Solidarität der 350 Menschen, die am Samstag auf die Koppel gekommen
sind, und auch der vielen Menschen, die sich anschließend noch gemeldet und
um die Wiederholung der Aktion gebeten haben, gibt mir das Gefühl, dass ich
und wir mit unseren Wertvorstellungen nicht alleine stehen.
Frauke Knop

Online Petition

Bürgerinitiative Unterschriften online

macht mit und unterstützt die Bürgerinitiative Tarup: „Ich bin gegen die Enteignung von Landwirt Ingo-Willi Knop“

Wir sind für einen sofortigen Baustopp der Kreisstraße 8!

Wir sind für die Aufnahme von Gesprächen zu altenativen Möglichkeiten, für transparente Informationen und für eine bürgerfreundliche Straßenplanung.

Wir sind gegen die unnütze Naturzerstörung und gegen die Verschwendung von Steuergeldern!

Aktionstag für Ingo Knop

Bildung einer Menschenkette als Soldaritätsbezeugung

Was für ein Erfolg! 350 Aktive – bei eisigem Ostwind und sehr matschigem Boden.

Danke für Eure Solidarität – wir machen nicht nur weiter, wir fangen jetzt erst an!

 

 

Hier die Reden im Original Text von Frauke & Uli zum Aktionstag / Menschenkette:

Ich bin Frauke Knop, die Schwester von Ingo-Willi Knop und Birgit Ebsen, geb. Knop. Im Namen der Familie Knop und der Bürgerinitiative Tarup, in der wir natürlich auch Mitglieder sind, begrüße ich alle, die sich heute hierher auf den Weg gemacht haben.

Vielen herzlichen Dank für Eure Anteilnahme und Solidarität. … an dieser Stelle auch besonderen Dank an die entschlossenen Mitglieder unserer Bürgerinitiative.

Wir stehen jetzt hier auf einer Hofkoppel von Ingo-Willi Knops Bauernhof. Die jetzt tatsächlich von der Stadt angestrebte Enteignung und der damit drohende Eingriff in die Hofkoppeln gleicht der Vernichtung der Quelle, aus der in wenigen Jahrzehnten ein florierender Bauernhof gewachsen ist.

Unser Großvater, der 1952 nach russischer Kriegsgefangenschaft seine 1945 aus Pommern vertriebene Familie in Angeln wieder fand, hat Mitte der 50er Jahre den Hof gekauft. 1964 wurde der Hof von unserem Vater übernommen. Seit 1999 ist Ingo-Willi Knop der Hofeigentümer.

Unser Vater, unsere Mutter und Ingo – sobald er als Junge auch mit zupacken konnte – haben ihre gesamte Lebenszeit und Kraft hier hinein gesteckt. Unsere Schwester Birgit hat auch kräftig mitgeholfen … ich saisonal auch – habe aber noch lieber die Aussicht und Atmosphäre genossen.

So konnte innerhalb von wenigen Jahrzehnten der Hof von 20 auf 60 ha Weideland und Ackerfläche für Nahrungsmittel vergrößert werden und das alles durch redliche, ausdauernde, teilweise schwere aber letztendlich befriedigende und vor allem ehrliche Arbeit.
Heute zeigt auch Birgits Sohn Jannik großes Interesse und Liebe für die Landwirtschaft und begeistert selbst seine Freunde zur Mithilfe auf dem Hof.

Die Hofkoppeln haben für einen landwirtschaftlichen Betrieb eine besondere Bedeutung, da sie durch die Nähe zum Betrieb mit verhältnismäßig wenig Aufwand zu bewirtschaften sind.
Die gesamte Planung und Umsetzung der K8 ist seit 12 Jahren insbesondere für meinen Bruder Ingo-Willi Knop und unsere Mutter als unmittelbar Betroffene ein nerven- und kräftezehrendes Ärgernis und die jetzt angezeigte Enteignung der Gipfel der Frechheit.

Schon zu Beginn der Planungen wurde Ingo-Willi Knop schnell klar, dass er um seine Hofkoppeln bitter kämpfen muss. Bei der Präsentation des Bauvorhabens 2006 im Tastruper Krog sagte ihm ein Mitarbeiter der städtischen Planungsabteilung Zitat:
„Sie müssen sowieso aufhören.“ und in offiziellen Straßenkarten wurde die jetzt drohende unfairste und schädlichste aller Trassenvarianten bereits als Planung aufgeführt.
Sein fristgerechter Einspruch im Jahr 2007 wurde schlichtweg ignoriert und die Stadt ließ ihn jahrelang warten, bis sie Gespräche zum unausweichlichen Landerwerb mit ihm suchte. Diese Gespräche hatten zumeist einen sehr innoffiziellen Charakter und erfolgten mit wechselndem Aufgebot an Landkäufern, Agenten der Landgesellschaft und Oberbürgermeistern. Ein anständiges und brauchbares Protokoll ist dabei nie herausgekommen, allenfalls Notizen, die jetzt verstreut in irgendwelchen Akten wieder auftauchen.
Das große Ärgernis in der Planung ist – und sei hiermit nochmal bekräftigt – die Wahl der für meinen Bruder schädlichsten und unfairsten Trassenvariante, wonach die Stadt einen groben Abwägungsfehler begeht, da sie nicht eine Variante wählt, welche alle Betroffenen (Landeigentümer) gleichmäßig und gerecht gegeneinander und untereinander berührt. Die Frage nach der Absicht für die gewählte Trasse, legt die Vermutung nahe, die Stadt erhoffe sich dadurch einen leichteren Zugriff auf
Bauland.
Eine grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft ist bei Ingo Knop vorhanden. Eine Verhandlungsbereitschaft über eine Trassenverlegung seitens der Stadt gab es bis August 2017 nicht.  Eine am 2. August 2017 beim mysteriösen „Küchentischgespräch“ in Aussicht gestellte Überprüfung einer Trassenverlegung scheiterte leider an der sehr improvisierten und inoffiziellen Form.

Von Anfang an fühlte sich alles so an wie ein Angebot zur Enteignung zum Spottpreis oder mit anderen Worten: Du kannst machen, was Du willst, Du kommst hier sowieso nicht lebend raus.
Ich bin entsetzt, wie respektlos hier mit dem Lebenswerk von Menschen umgegangen wird.

Darüber hinaus empfinde ich persönlich diesen Ort und die Umgebung mit dem Schwinstiger Weg und weiter bis nach Meierhof und zum Taruper Wald als zauberhaften Kraftort, wo mir innerlich Wurzeln und Flügel wachsen und der von vielen Flensburgern als Naherholungsgebiet genutzt wird. Ich möchte, dass er so geschützt und erhalten bleibt, wie er ist. Ich bin sehr traurig, wie gleichgültig die schöne Natur hier überplant wird und einfach asphaltiert werden soll.

Schlussendlich ist allerdings am wenigsten nachvollziehbar, dass – obwohl andere Lösungen möglich sind – einem landwirtschaftlichen Betrieb die wichtigsten Flächen mittels Enteignung genommen und zur Unwirtschaftlichkeit zerschnitten werden sollen, für eine Straße, deren Rechtmäßigkeit und Notwendigkeit sehr fragwürdig ist.

Mit diesen Gefühlen bin ich sehr motiviert, für den Baustopp und eine bessere Lösung zu kämpfen.

und hier nun die Rede von Uli zum Nachlesen & Staunen:

Moin,
ich heiße Ulrich Ragotzky und bin eines von 13 Gründungsmitgliedern der Bürgerinitiative Tarup. Die anderen Mitglieder sind natürlich Bauer Ingo mit seinen Schwestern Birgit und Frauke, Julia und Dirk, Dorit und Hubert, Paul, Rüdiger, Sascha, Stefan und Jens. Ich hoffe, ich habe sie alle genannt, zumindest haben diese Personen auf der Gründungsurkunde der Bürgerinitiative am 08. Februar unterschrieben.

16 Tage seit der Gründung
Eine noch nicht empfundene Aufbruchsstimmung, verbunden dem Gefühl der Ohnmacht der Stadtverwaltung gegenüber suchte sich ein Ventil – und schon war die Bürgerinitiative geboren.
Wir haben versucht uns schnell über facebook darzustellen – das hat fast reibungslos geklappt – innerhalb kürzester Zeit hatten wir über 2000 follower – dafür ein dickes Danke schön an euch alle!!!!
Selbst Frau OB Simone Lange folgt unserer facebook-Gruppe!!
Wir haben eine homepage aufgebaut, wir haben eine online-petition eingerichtet.
Wir haben uns mit einer Gruppe bei der letzten Ratsversammlung bemerkbar gemacht, so dass wir zur Ordnung gerufen wurden.
Wir haben mit der Presse Kontakt aufgenommen.
Und wir haben die heutige Aktion vorbereitet – das war alles viel Arbeit und die meisten von uns sind berufstätig, also war der ein oder andere lange Abend dabei, aber wir haben es mit euch allen im Rücken gemacht – für Bauer Knop!
Deshalb ein dickes Danke schön an alle, die sich bisher so uneigennützig eingebracht haben und an euch alle, die ihr uns unterstützt.

Warum haben wir uns nun heute hier getroffen?
Es droht die Enteignung! Welch ein fürchterliches Wort!
E N T E I G N U N G!!!
Und welch fürchterlicher Eingriff in ein elementares Grundrecht, das Recht auf Eigentum!

In Artikel 14 des Grundgesetztes steht „ Das Eigentum wird gesichert!“ Und „Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig!“
Handelt die Stadt Flensburg als Antragstellerin des Enteignungsverfahrens zum Wohle der Allgemeinheit?
Zumindest möchte sie wohl diesen Eindruck erwecken, denn so stellt die Stadt Flensburg es auf ihrem Faktencheck zur K 8, der seit einer Woche online einsehbar ist, dar.
Ihr alle, die ihr uns über facebook oder anderen Medien gefolgt seid, habt mit eurem Interesse und eurer gezeigten Solidarität dafür gesorgt, dass die Stadt Flensburg sich selbst erklären muss. Und man sieht unter welchem Druck die Stadt steht, die Ausarbeitung ist oberflächlich und laienhaft.
Jede der Richtigstellungen ist falsch, unvollständig oder steht in keinem Zusammenhang zur entsprechenden Behauptung.
Auf unserer Gegendarstellung zum Faktencheck, die ihr hier präsentiert seht und auch auf unserer homepage (siehe UNSERE Gegendarstellung zum sog.“Faktencheck“ der Stadt Flensburg) aufrufen könnt, haben wir die Halbwahrheiten korrigiert und sachlich im Zusammenhang Stellung genommen.
Aber lasst uns ein noch einmal auf „zum Wohle der Allgemeinheit“ zurückkommen!
Wir stehen hier auf Hofkoppel eines der letzten landwirtschaftlichen Betriebe in Flensburg. Wäre der Erhalt dieses Bauerhofes zum Wohle der Allgemeinheit?
Was aber betreibt die Stadt mit Bauer Knop? Sie treibt ihn in den Ruin! Zum Wohle der Allgemeinheit!
Seht um uns herum die Landschaft, der Knick ist bereits brutal gerodet, nicht nur einfach auf den Stock gesetzt. Absehbar werden hier Bagger und Planierraupen ihr Unwesen treiben, Tiere und Pflanzen werden verjagt und unwiederbringlich zerstört.
Wäre nicht der Schutz dieser Landschaft zum Wohle der Allgemeinheit? Ein eher moderater Eingriff in die Natur, wenn überhaupt?

Das Auge kann bis zum Horizont blicken, bald nur noch bis zum Lärmschutzwall. Zum Wohle der Allgemeinheit?
Der Bau des 4. Bauabschnittes kostet viel Geld. Wenn das Enteignungsverfahren keinen Erfolg hat, wird die Stadt ggf. Fördergelder für diesen Bauabschnitt zurückzahlen müssen und Forderungen der Bauunternehmer begleichen müssen. Sollte nicht der Ausgang des Enteignungsverfahrens abgewartet werden?
Schnellstmöglicher Baubeginn – zum Wohle der Allgemeinheit?
Der Weiterbau der K8 soll weniger Verkehrsbelastung für den Kern von Tarup bedeuten. Aber warum von Belastung sprechen, wenn die Entlastung schon längst eingetreten ist.
Eine unnütze Baumaßnahme, zum Wohle der Allgemeinheit?
Durch den 4. Bauabschnitt werden zukünftige Baugebiete erschlossen, aber auf Kosten einer Enteignung? Zum Wohle der Allgemeinheit?

Alles, aber auch alles zum Wohle der Allgemeinheit!

Liebe Stadt Flensburg, das glaubt dir keiner!!!

Wir sind die Allgemeinheit und wir bestimmen, was unter zum Wohle der Allgemeinheit in Flensburg zu verstehen ist.
Wir wollen gehört werden!! Politiker und Stadtverwaltung, hört uns zu!
Bei der Kommunalwahl wird abgerechnet!!!
Deshalb haben wir Bürgerinitiative gegründet und deshalb sind wir alle heute gemeinsam hier:
Wir stehen zu Bauer Knop!
Wir wollen keine Enteignung!
Wir wollen keine verschandelte und zerstörte Natur mit planierten und asphaltierten Flächen und Lärmschutzwällen!
Wir wollen uns von der Stadt nicht weiter an der Nase herumführen lassen!

Frau OB Lange, Sie haben sich unter facebook unserer Gruppe angeschlossen und uns vor genau 14 Tagen nachmittags um 14.18 Uhr zu einem Gespräch in das Rathaus eingeladen. Und Sie wollten wissen, wer die Ansprechpartnerin bzw. der Ansprechpartner ist.
Wir, wir alle sind ihre Ansprechpartner, denn wir sind die Allgemeinheit!
Und ja, wir nehmen Ihre Einladung gerne an und freuen uns auf ein offenes, ehrliches, konstruktives und zielorientiertes Gespräch. Sie kennen unsere Homepage, Sie kennen unser Email Adresse, wir warten!
Bedenken Sie jedoch, dass wir nicht bereit sind uns mit leeren Versprechungen und Worthülsen abspeisen zu lassen.
Vor 14 Tagen haben Sie uns eingeladen, also vor 336 Stunden bzw. 20160 Minuten. Das sind über 20000 Minuten, in denen wir uns gefunden und organisiert, uns informiert und vorbereitet haben.
Wir haben unsere Zeit genutzt, nutzen Sie nun Möglichkeit mit uns zu sprechen!
Der heutige Tag ist erst der Anfang!!!!